NOVEDADES 2020 – Neue literarische Perlen aus Lateinamerika

Das neue Jahr hat begonnen und es gibt schon viele neugierige Blicke gen Bücherfrühling. Als gut informierte LeserInnen wisst ihr natürlich, dass ich weit über den Tellerrand schaue – bis hinüber nach Lateinamerika.

VENGA! Hier sind die neuen Bücher aus LATEINAMERIKA.

Agustina Bazterrica: Wie die Schweine
„Dieser Roman hält uns Fleischfressern kompromisslos den Spiegel vor. Er stellt Fragen in den Raum – nach Moral, Empathie, den bestehenden Verhältnissen. Und er verschafft, was nur die Literatur verschafft: neue Einsichten, neue Gefühle, nachdem alle Argumente längst ausgetauscht sind.“
Das Buch der argentinischen Autorin ist für mich als Vegetarierin auf jeden Fall interessant!
Erschien im Januar 2020 beim Suhrkamp Verlag.


Gioconda Belli: Ich bin wie ein weites Land
„Dieser Band versammelt Texte, die so vielfältig sind wie die Autorin selbst: Sie kreisen um Erotik und Feminismus, um das Schreiben und die Begegnungen mit großen Literaten, um ihre Liebe zu Nicaragua und die aktuelle politische Situation in ihrer Heimat. Ehrlich und unkonventionell hat Gioconda Belli ihr Leben geführt, ob ihre Gedanken „politisch korrekt“ waren, kümmerte sie wenig. Der ausgeprägte Sinn für Humor und die Selbstironie der Autorin sorgen für zusätzliches Lesevergnügen.“
Erscheint im März 2020 beim Peter Hammer Verlag.


Jorge Zepeda Patterson: Die Korrupten
„Die Grundlage zu seinem Buch ist die zwanzigjährige Erfahrung als investigativer Reporter. Er berichtet über die gefährlichen Arbeitsbedingungen, denen sich mexikanische Journalisten tagtäglich aussetzen und skizziert spannungsreich das fatale Zusammenspiel von Korruption und Gewalt in Mexiko-City.“

Erscheint im Februar 2020 beim Verlag Elster & Salis.


Roberto Bolaño: Cowboygräber
„1973 macht sich der 20-jährige Arturo Belano auf den Weg von Mexiko nach Chile mit nur einem Ziel: die linke Revolution Allendes zu unterstützen. Ob Bolaño von Arturos Schiffsreise nach Valparaiso erzählt, ob von der idyllisch-finsteren Fahrt zweier Liebender in einem VW-Käfer durch den Süden Chiles oder von einer Sonnenfinsternis in Guyana, die zum geheimnisvollen Vorboten einer surrealistischen Untergrundliga wird: Diese drei Erzählungen sind kleine Meisterwerke zwischen Albtraum und Euphorie, voll Abgründen und Witz – die letzte große Entdeckung aus Bolaños Werk.“
CHILE! Hat bei mir eh ein Stein im Brett. Erscheint im April 2020 im HANSER Verlag.


Und noch einmal Chile: Rafael Gumucio: Transitkind
„Das lateinamerikanische Exil im Paris der 1970er Jahre: Mit seinen Eltern und seiner Großmutter vor der Militärdiktatur Augusto Pinochets geflüchtet, wächst der junge Chilene Rafael Gumucio zwischen den chaotischen Sitzungen sozialistischer Polit-Komitees und den verlorenen Träumen einer ganzen Generation auf. Während seine Eltern bald ihre eigenen (und getrennten) Wege finden, mit ihrem Schicksal umzugehen, sucht Rafael in Gesprächen mit der Statue Victor Hugos und dem lieben Gott nach Antworten auf die großen Fragen in einer Welt, in der das Leben stets ein Provisorium zu sein scheint.“
Erscheint im März 2020 im Verlag Edition8.


Mercedes Rosende: Falsche Ursula

Ursula ist unzufrieden. Zu hässlich, zu hungrig, zu allein – ihr Leben läuft überhaupt nicht so, wie sie es gern hätte. Die Schwester ist schöner, die Nachbarin glücklicher, und wer hält schon eine ewige Gemüsesuppen-Diät durch? Da kommt ihr der mysteriöse Erpresseranruf eigentlich ganz gelegen: Man habe ihren Ehemann entführt, eine Million Lösegeld. Nur: Ursula hat gar keinen Ehemann. Doch ihr unstillbarer Hunger auf das Leben der anderen verbietet ihr, die Verwechslung aufzudecken. Sie entdeckt ihr kriminalistisches Talent, das sie in ein abstrus herrliches Abenteuer führt. Der Kriminalroman der Autorin aus Uruguay erscheint im Februar 2020 im Unionsverlag.


José Mauro de Vasconcelos: Lass die Sonne scheinen
Im zweiten Teil der romanhaften Biografie von José Mauro de Vasconcelos erfahren wir, wie sich Sésés Leben nach der großen Tragödie aus ›Mein kleiner Orangenbaum‹ gestaltet hat. Ein ergreifender Roman vom Erwachsenwerden, reich an südamerikanischem Flair.
Der Roman erscheint im Februar 2020 beim Verlag Urachhaus.


Lina Meruane: Heimkehr ins Unbekannte
»Im Kopf werfe ich eine Münze: Falls mich eine Ein­ladung nach Europa führt, werde ich die Reise auf eigene Faust gen Osten ausdehnen.« Die Einladung kam, und die in New York lebende Chilenin Lina Meruane fuhr erstmals in die Heimat ihrer palästi­nensischen Großeltern, ins heutige Israel. Der Bericht über ihre Reisen in die eigene Vergangenheit ist ein gedankensprühender Kommentar zu einem zu ­nehmend weltbewegenden Problem: Warum wird es immer komplizierter, die Fragen »Wo kommst du her? Wer bist du?« eindeutig zu beantworten? Ausge­rechnet in Israel, so hat es Lina Meruane am eigenen Leib erfahren, haben mehr als anderswo rassische, genetische, physiognomische Zuschreibungen Ein­zug gehalten in den Alltag der Menschen. Erscheint im März 2020 beim Berenberg Verlag.

Claudia Piñeiro: Der Privatsekretär
„Román Sabaté wundert sich über seinen rasanten Aufstieg in der aufstrebenden neuen Partei Pragma. Als persönlicher Assistent des charismatischen Parteichefs steht er im Zentrum der ausgeklügelten Kampagne, die unter Einsatz von Desinformation, Halbwahrheit und manipulierten Emotionen versucht, ihren Chef an die Macht zu bringen. Als er erkennt, welches Spiel mit ihm und dem Land getrieben wird, versucht er, sich und die junge Journalistin Valentina Sureda aus dem Netz der Lügen zu befreien – und löst damit ein politisches Erdbeben aus.“ Soeben im Unionsverlag erschienen.


Pedro Mairal: Auf der anderen Seite des Flusses
„Als der argentinische Schriftsteller Lucas an einem frühen Dienstagmorgen die Fähre besteigt, die ihn über den Río de la Plata nach Uruguay bringen wird, glaubt er, die Lösung all seiner Probleme sei ganz nahe. Als Vater eines vierjährigen Sohnes, der »wie ein betrunkener Zwerg« seine ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt, befindet er sich in einer Schaffenskrise, angewiesen auf das Einkommen seiner Frau Catalina, von der er sich als selbst nicht immer treuer Ehemann zudem betrogen fühlt. In Montevideo will Lucas seine Honorare für zwei neue Buchverträge einlösen, die ihm endlich wieder mehr Selbstvertrauen, die Achtung Catalinas und die so bitter benötigte Zeit zum Schreiben erkaufen sollen. Doch in der pulsierenden Stadt jenseits des silbernen Flusses wartet nicht nur das Geld, sondern auch eine große Versuchung auf ihn.“ Erscheint im Februar 2020 beim mare Verlag.


Mario Vargas Llosa: Harte Jahre
»Haben Sie vergessen, dass wir ein souveränes Land sind und Sie nur ein fremder Botschafter und nicht unser Vize-König?«, fragt Jacobo Árbenz, der Präsident Guatemalas, den Entsandten der Vereinigten Staaten. Es ist das Jahr 1954 und die Frage offensichtlich rhetorisch gemeint, die Antwort des amerikanischen Diplomaten: schallendes Gelächter. Denn kurze Zeit später bringt ein Militärputsch die Árbenz-Regierung zu Fall, mit freundlicher Unterstützung des CIA. Und zwar vermittels einer dreisten Lüge, die als Wahrheit durchgeht: US-Präsident Eisenhower hatte in Umlauf gebracht, Árbenz billige und unterstütze die Ausbreitung des sowjetischen Kommunismus auf dem Kontinent. Eine Lüge, die das Schicksal ganz Lateinamerikas verändern wird. Harte Jahre ist ein vielstimmiges Romanepos über Macht, Verschwörung und Verrat – über die Fallstricke der Geschichte und die dreisten Machenschaften imperialer Politik. Und ein virtuoser literarischer Hochseilakt.
Erscheint im März 2020 beim Suhrkamp Verlag.


Fernando del Paso, Socorro del Paso: Die Küche Mexikos
Es ist der Sprache des großen mexikanischen Schriftstellers Fernando del Paso geschuldet, dass dieses Buch über die mexikanische Küche viel mehr ist als ein Kochbuch. Das Buch ist eine Reise durch ein halbes Jahrtausend Geschichte und Kultur, Kunst und Gastronomie Mexikos. Socorro und Fernando del Paso vereinten ihre Talente und schrieben dieses Buch vor 25 Jahren für Leser und Leserinnen außerhalb Mexikos, um ihnen das Raffinement und die Kulturgeschichte der mexikanischen Kochkunst näherzubringen.
Es enthält 150 Rezepte und Menüvorschläge von Socorro del Paso sowie kulturgeschichtliche und literarische Texte vom Cervantes-Preisträger Fernando del Paso, von dem auch die Illustrationen im Buch stammen. Erscheint beim Mandelbaum Verlag.


Fernando Contreras Castro: Única blickt aufs Meer
Der Roman spielt an dem Ort, an dem das schlechte Gewissen der Stadt lagert: auf einer Mülldeponie in Río Azul am Rande der Hauptstadt Costa Ricas. Hier kämpfen Única und ihre Freunde sowie deren Familien ums Überleben. Sie sind Marginalisierte, von der Gesellschaft ins Abseits Getriebene, die hier zu „Tauchern“ werden, weil sie im „Müll-Meer“ nach Essen und anderem Verwertbaren suchen. Fernando Contreras Castro gibt ihnen in diesem Buch ein Gesicht, indem er ihr karges Leben, ihre Solidargemeinschaft und ihr bisschen Glück inmitten des Gestanks und der Fliegenschwärme in wunderbar poetischer Sprache einfängt. In Zeiten der wachsenden sozialen Ungleichheit, verbrauchter Ressourcen und immer lauter werdenden klimapolitischen Forderungen ist dieser Roman eine literarische Stimme zum Thema, die gehört werden soll. In Deutschland erscheint das Debüt im April 2020 beim Maro Verlag.


Rolando Villazón: Amadeus auf dem Fahrrad
„Salzburg ist im Festspieltaumel, Mozarts „Don Giovanni“ wird geprobt. Der junge Mexikaner Vian Maurer träumte davon, Opernsänger zu werden, scheiterte aber an seinem strengen Vater und seinen Gesangslehrern, die sich darüber stritten, ob er Tenor oder Bariton sei. So hat er es nur zum Statisten gebracht. In „Don Giovanni“ darf er nun als einer der Teufel auftreten.
Vian bewundert Mozart, er liest alles über ihn, was ihm in die Hände fällt. Mit seiner Freundin Julia, die er bei den Proben kennen gelernt hat, tritt er auf der Straße als Mozart mit einer weißen Perücke auf.
Zur Premiere von „Don Giovanni“ reist der strenge Vater aus Mexiko an und will den verträumten Sohnemann wieder nach Hause holen. Doch Vian hat andere Pläne. Die schönste Hommage an den berühmten Komponisten und seine Heimatstadt, die man sich wünschen kann.“
Erscheint im Juni 2020 beim Rowohlt Verlag.


Martín Caparrós: Väterland
„Buenos Aires, 1933. Die Krise ist überall, die Stadt ein Pulverfass. Ablenkung bietet nur der Fußball, der gerade als Volksdroge entdeckt wird. Ausgerechnet jetzt verschwindet der berühmteste Spieler des Landes – angeblich um mehr Gehalt von seinem Verein River Plate zu erpressen. Oder hat er doch etwas zu tun mit dem mysteriösen Tod eines Mädchens aus der Oberschicht? Mit viel Sprachwitz lässt Martín Caparrós das Buenos Aires der dreißiger Jahre lebendig werden: halbseidene Bars, verqualmte Zeitungsredaktionen, skurrile Nebenfiguren, Dichtercafés, faschistische Aufmärsche, dampfende Schlachthöfe – ein Tango am Abgrund.“ Der Roman erscheint im April 2020 beim Wagenbach Verlag.


Guillermo Martínez: Die Oxford-Morde
„An einem lauen Sommerabend in Oxford findet ein argentinischer Mathematik-Doktorand die Leiche seiner Vermieterin. Kurz darauf geschehen weitere Morde, und kein Geringerer als Arthur Seldom, der berühmte Professor für Logik, erhält jedes Mal eine Nachricht mit einem rätselhaften Symbol. Schnell ist klar: Wenn sie den nächsten Mord verhindern wollen, müssen Seldom und der junge Doktorand die logische Reihung der Symbole entschlüsseln.“
Der Kriminalroman des Argentiniers erscheint im Mai 2020 beim Eichborn Verlag.


Ein paar Favoriten habe ich schon jetzt: Zunächst bin ich sehr gespannt auf die autobiografisch geprägten Texte von Lina Meruane und Gionconda Belli. Fernando Contreras Castro aus Costa Rica kannte ich bisher noch gar nicht und sein Thema rund um die Klimadebatte trifft genau den heutigen Nerv, obwohl sein Debüt bereits 1993 in Costa Rica erschienen ist. Ähnlich ergeht es mir mit Agustina Bazterrica, die sich mit uns „Fleischfressern“ beschäftigt. Der neue Roman von Vargas Llosa spricht mich endlich mal wieder an, allein schon aufgrund des historischen Hintergrundes und die beiden chilenischen Autoren Rafael Gumucio & Roberto Bolaño sind eh ein Muss. Wer mehr über Literatur aus Lateinamerika erfahren möchte, schaut sich am besten hier um.

Ein letzter Hinweis: Die kurzen Zusammenfassungen sind den Verlagsseiten entnommen.

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