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Günther Blutke: LEIPZIG Fotografien 1956-1959

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Schwarz-Weiß Fotobände ziehen mich magisch an. Vor allem, wenn Leipzig darin die Hauptrolle spielt. Im Mitteldeutschen Verlag aus Halle erschien vor einiger Zeit ein wie oben beschriebener Bildband mit Fotografien aus den späten 50er Jahren. Der Fotograf Günter Blutke war zu dieser Zeit Student an der Leipziger Universität und versammelt seine Eindrücke in diesem schmalen Band.

Sein Spektrum an Fotomotiven ist mannigfaltig: von 1. Mai-Aufmärschen über Studenten aus aller Welt bis hin zu typischen Leipziger Gebäuden. Aus dem Innenstadtbereich wird die Hainstraße und der Marktplatz . Alltagszenen mit Kindern, arbeitenden Menschen auf Baustellen wechseln mit Portraitaufnahmen. Leipzig im Winter: mit Schlittschuhfahrenden Kinder, im Clara-Zetkin-Park oder Rodeln am ehemaligen Dimitroffplatz. Da Blutke zu der Zeit selbst an der Universität Leipzig eingeschrieben war, gibt es sehr viele Fotos von (ausländischen) Kommolitonen und auch vom berühmten Rektor Georg Mayer.

Bilder der Leipziger Messe sind ebenso zu finden wie von Kohlekumpels in Espenhain und Ruderbooten auf dem Elsterbecken. Des Weiteren das Zentralstadion, einst mit 100.000 Plätzen das größte in Deutschland, der Leipziger Zoo, der Kopfbahnhof und das Parkcafe im Clara-Zetkin-Park. Obwohl ich erst Jahrzehnte später geboren wurde, erinnert mich vieles auf den Bildern an meine eigene Kindheit, vieles ist mir wohl bekannt.

Und wieder ist es die unnachahmliche Wirkung und Atmosphäre der Schwarz-Weiß Bilder, die beim Betrachter eine wehmütige Stimmung auslösen. Auch ich, als Leipzigerin, spüre wie mich jede einzelne Aufnahme emotional erreicht. Die Nachkriegszeit, gerade mal zehn Jahre ist der 2. Weltkrieg Geschichte, ist auf vielen Bildern gegenwärtig und Leipzig kann sich, im Gegensatz zu Dresden, glücklich schätzen dass viele historische Gebäude erhalten geblieben sind.

Blutke ist ausgebildeter Journlaist und Fotograf und war in diesen Jahren mit zwei verschiedenen Kameras in Leipzig unterwegs: mit einer Exakta Varex und einer 6×6-Kamera, eine tschechische Flexaret. Zu DDR-Zeiten  arbeitete er zuletzt als Journalist und Bildreporter bei der „Neuen Berliner Illustrierten“ (NBI). Sein persönliches Resümee jener Jahre: „Eine Zeit voller Umbrüche und Aufbrüche, voller Träume und Hoffnungen. Wir in unserem kleinen deutschen Ländchen – das war damals auch mein Gefühl – gehörten zu dieser Welt des Aufbruchs. Die Jahre haben viele Irrtümer korrigiert, auch diesen.“

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Günter Blutke: LEIPZIG Fotografien 1956-1959
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2013

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  1. ich bin auch ein großer Fan von guter Schwarz-Weiß-Fotografie. Ein gutes Bild ist große Kunst und oft ein Zeitzeugnis. Vielen Dank für diesen Tipp! Viele Grüße

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    • buecherliebhaberin

      Liebe Constanze,

      geht mir so wie Dir! Und wenn es dann noch die Heimat thematisiert, wird mal gleich mal sentimental ;). Suche gerade weiter in diese Richtung. Falls du auch einen Tipp hast, dann gern hier posten.

      Liebe Grüße

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