RSS-Feed

Schlagwort-Archive: Leipzig liest

Kurz & Knapp #LBM17

Veröffentlicht am

Die Leipziger Buchmesse ist der Auftakt der Branche für das kommende Jahr und für mich war diese #LBM17 auch ein kleiner Neustart. Sie gab mir die Motivation und Inspiration wieder aktiv auf meinem Blog zu werden. Der erste Schritt vor jeder Leipziger Buchmesse ist – und das seit vielen Jahren, auch als an ein Blog noch gar nicht zu denken war – der Blick in das Programmheft von „Leipzig liest“.

Die Lesungen mit Rolf Hochhuth und Christoph Hein waren jedoch gesetzt, Weiteres sollte sich im Laufe der Messe ergeben. Termindruck habe ich mir 2017 nicht gemacht – der einzig richtige Weg für mich. Und so konnte ich mich treiben lassen, spontane Treffen mit Verlagsmitarbeitern und Bloggerkollegen kamen zustande und ich hatte Zeit für viele neue Bücher. Neugierig bin ich vor allem auf das neue Buch von Christoph Hein, auf den aktuellen Roman der chilenischen Schriftstellerin Nona Fernández aber auch auf die diesjährige Gewinnerin des Preises der Leipziger Buchmesse Natascha Wodin. Meine Shortlist der Leipziger Buchmesse 2017.

lbm_bücher

Nona Fernández: Die Straße zum 10. Juli
Chris Kraus: Das kalte Blut

Natascha Wodin: Sie kam aus Mariupol
Meir Shalev: Mein Wildgarten
Rolf Hochhuth: Eiffelturm Titanic Mondlandung Mindestrente
Christoph Hein: Trutz

Während der Messe selbst habe ich vor allem über meinen Twitter-Kanal berichtet. Meine Eindrücke habe ich Euch noch einmal in einer Diashow zusammengetragen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wer mehr über die Messe erfahren möchte, sollte sich bei folgenden Bloggern umschauen: Sounds & Books | Schöne Seiten | Pinkfisch | Fräulein Julia |
Buzzaldrins Bücher | Frank O. Rudkoffsky |  lustauflesen.de | Poesierausch |

 

Carla Guelfenbein „Nackt Schwimmen“

Veröffentlicht am
Carla Guelfenbein: Nackt Schwimmen

Carla Guelfenbein: Nackt Schwimmen

Für Carla Guelfenbein ist es schon Pflicht in Leipzig ihr jeweils neu erschienenes Buch vorzustellen. So auch dieses Jahr mit ihrem neuen Roman „Nackt Schwimmen“. Eine Liebesgeschichte der besonderen Art unter besonderen Bedingungen. Im Jahr 1972, kurz vor dem Putsch Pinochets in Chile lernen sich Morgana und Diego kennen und lieben. Das Problem dieser Liebe: Morgana ist die beste Freundin von Diegos Tochter Sophie. Ein Bruch dieser Freundschaft ist vorprogrammiert. Der Roman erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Leidenschaft vor einem politischen Hintergrund. Carla Guelfenbein selbst hat den Putsch als 14jähriges Mädchen mit erlebt. Ihre Familie unterstützte in diesen Jahren Präsident Allende und als sie von den Ereignissen rund um den Präsidentenpalast hörten, verbrannten ihre Eltern noch am gleichen Tag kompromittierende Dokumente und Bücher. Vier Jahre später (1977) erschien das Militär mitten in der Nacht, um ihre Mutter mitzunehmen. Drei Wochen lang war sie verschwunden. Als sie dann endlich wieder auftauchte, entschied sich die Familie für das britische Exil.

Mit „Nackt Schwimmen“ verfolgt die Schriftstellerin gleich mehrere Ziele. Zum einen interessierten sie die kleinen Geschichten, die das Leben schreibt, auch oder gerade während einer Diktatur. Sie nimmt dabei die drei Hauptprotagonisten unter die schriftstellerische Lupe und stellt Gefühle und Gedanken vergrößert dar. Zum anderen wollte Guelfenbein den Übergang von sexueller Anziehungskraft zu wahren Liebe abbilden. Leidenschaft gäbe es schon immer, ob in Kriegs- oder Friedenszeiten. Sie wollte aber wissen, wie weit diese gehen kann – bis zum (bitteren) Ende. Die Liebesgeschichte von Diego und Morgana entwickelt sich dabei wie von selbst.

Ein weiteres wichtiges Thema für sie im Roman ist der Wahrheitsbegriff und damit verbunden die Frage: Sollte man immer die Wahrheit sagen auch wenn sie weh tut? Sie kam dabei als Schriftstellerin an ihre Grenzen; wusste nicht damit umzugehen. In Santiago de Chile wurde 2010 das MUSEO DE LA MEMORIA eröffnet, das sich den Opfern und Verbrechen während der Diktatur widmet und somit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Geschichtsbewältigung in Chile leistet, sondern sich auch der Frage nach der ganzen schmerzvollen Wahrheit annimmt.

Bei einem kurzen Gespräch nach der Lesung fragte ich sie, warum sie Suhrkamp verlassen hat und zum Fischer Verlag gewechselt ist. Der Antwort war ich mir eigentlich schon bewusst aber sie bestätigte mit unverhohlen, dass sie ihrer Lektorin Michi Strausfeld gefolgt ist. Da sieht man mal wieder wie wichtig auch heute noch gute Lektoren sind. Und dann hat sie mir noch ein Detail über ihr neues Buch, an dem sie gerade schreibt und das voraussichtlich 2015 erscheinen wird, verraten: Die Protagonistin wird ebenfalls Vera heißen. Mehr zu lateinamerikanischer Literatur findet ihr auf meiner Seite: Literatur aus Lateinamerika