Wladimir Kaminer: Liebeserklärungen

Aller guten Dinge sind drei. So sagt man. Mir geht es mit Wladimir Kaminer ganz ähnlich. Drei Mal unternahm ich den Versuch ihn live zu erleben. Gestern Abend gelang es mir nun endlich. Im wieder eröffneten KUZ – Kulturzentrum Mainz , die Mainzer wissen Bescheid – stellte der Autor, der sich privat als Russe und beruflich als deutschen Schriftsteller bezeichnet, sein neuestes Buch „Liebeserklärungen“ vor. Halt! Vielmehr stellte er drei Bücher vor. Das zuvor erschienene „Die Kreuzfahrer“ und ein noch nicht veröffentlichtes Buch. Dazu später. Drei Geschichten las er uns aus Liebeserklärungen vor und erzählte natürlich groß und breit die dazugehörige Entstehungsgeschichte.

Eigentlich kann man von seinen Buchpräsentationen gar nicht so sehr von einer Lesung sprechen. Es ist Unterhaltung und Show zu gleich. Immer wieder unterbricht er sich selbst, um von Anekdoten und Erlebnissen zu berichten. Sein russischer Akzent, seine (gespielte?) Fahrigkeit und die vielen Einblicke in sein familiäres Umfeld geben dem Auftritt eine ganz eigene Note. Und so ist es auch kein Wunder, dass Kaminer große Räume füllt und die Gäste in der Pause fast den Büchertisch leer kaufen. Punkt 22 Uhr ist Schluss. Er hat seine Events professionell durchgetaktet. Muss man wohl auch, wenn man das ganze Jahr auf Tour ist. Aber es nimmt ein wenig den Charme, den man eben noch auf der Bühne zu spüren geglaubt hat.

Aktuell arbeitet er an Texten, die von der jungen und der älteren Generationen handelt. Denn momentan befände er sich zwischen zwei Welten: „Kinder, die erwachsenen werden und Eltern, die immer kindischer werden.“ Die einen können alles und wollen nichts und die anderen wollen alles, können es aber nicht mehr. Seiner Aussage nach, wird das wohl ein Hammerbuch. Wir können also gespannt sein.

Seine Texte sind unterhaltsam, zuweilen humorvoll. Ich bin mir aber sicher, dass seine Bücher als Hörbücher – von ihm selbst gelesen – noch viel mehr die Atmosphäre vermitteln können. Denn von seinem Buch „Russendisko“, mit dem er den Durchbruch geschafft hat, war ich nicht ganz so begeistert. Für einen Buchkauf hat es an diesem Abend nicht gereicht. Für eine Signatur schon. Ich würde ihn gern wiedersehen, wenn er sich an sein Versprechen hält und das nächste Mal im Anschluss auch eine Russendisko veranstaltet.

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