#lbm18: Vor der Messe ist nach der Messe

Der für mich wichtigste Beitrag zur diesjährigen Leipziger Buchmesse erschien bereits Wochen vor Messebeginn auf bücherleben, dem Blog der LBM und heißt: Die wunderbaren Jahre. Stephi Lejsek wird mit einem emotionalen wie interessanten Artikel für Ihr Wirken während der letzten 42 Jahre auf der Leipziger Messe gewürdigt.

Neuzugänge 2018
Diese Schätze habe ich von der Leipziger Buchmesse 2018 mitgebracht.

Für mich gab es 2018 zwei Premieren. Zum einen besuchte ich endlich die Lange Leipziger Lesenacht, um mir die Lesung mit der österreichischen Schriftstellerin Mareike Fallwickl und ihrem Debütroman „Dunkelgrün fast Schwarz“ anzuhören, zum anderen wagte ich mich zu den Love Bites, der erotischen Nacht der Buchmesse. Überrascht hat mich vor allem das Alter des Publikums. Mit meiner Freundin gehörten wir tatsächlich zur jungen Minderheit. Der Abend war eine gelungene Mischung aus Text, Musik, Unterhaltung und nackter Haut.

Eine wunderbare Lesung erlebte ich mit Landolf Scherzer, der seine Kuba-Erfahrung in dem Buch Buenos Días – Reise durch ein Land im Umbruch schilderte. Gleich zu Beginn vergab er die Stühle an stehende Frauen im Publikum und las und erzählte die Stunde einfach stehend. Er stellte aber sofort klar, dass er keine Antwort darauf habe, wie es mit Kuba weitergehe. Er brauchte kein Moderator, er fesselte mit seiner lebhaften Präsenz und seinen interessanten Geschichten. Ein weiteres sehr schönes persönliches Erlebnis war der Brunch mit Mareike Fallwickl im Süden von Leipzig. Auch ich kannte das kleine feine Café Mein liebes Frollein noch nicht, ließ es mir aber mit der Autorin und anderen LiteraturbloggerInnen schmecken.

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Natürlich habe ich einige Bücher von der Messe mitgebracht, freue mich aber auch über einige Neuerscheinungen, die bereits erhältlich sind oder noch diesen Frühling auf den Markt kommen. So wird eine illustrierte Biografie Frida Kahlos von María Hesse im Juni erscheinen. Thomas Sparr schreibt über Grunewald im Orient das deutsch-jüdische Jerusalem. Anfang der 1920er Jahre als Gartenstadt angelegt, wurde der Vorort vor allem ab 1933 zum Zentrum der deutschen Juden. Else Lasker-Schüler lebte hier, Gershom Scholem, Martin Buber, und ein lebhafter deutsch-jüdischer Mikrokosmos. Seiner Lesung am israelischen Stand konnte ich zufällig beiwohnen.

Meinem Interesse für Biografien und Autobiografien geh ich bald wieder mit dem Buch von Ndaba Mandela nach. Der Enkel von Nelson Mandela spricht in seinem Buch Mut zur Vergebung über das Vermächtnis seines Großvaters Nelson Mandela. Ohne Literatur aus Lateinamerika geht es auch 2018 nicht. Der Argentinier Ariel Magnus spielt in seinem Roman Die Schachspieler von Buenos Aires mit historischen und fiktiven Ereignissen vor dem Hintergrund der Schacholympiade 1939 in Buenos Aires. Gespannt bin ich auch auf Alberto Manguel und sein Werk Die verborgene Bibliothek. Manguel war einst der Vorleser des erblindenden Dichters Jorge Luis Borges und ist seit 2016 als Direktor der argentinischen Nationalbibliothek in Buenos Aires sein Nachfolger.

Neuerscheinungen 2018

Besonders hervorheben möchte ich noch das Aktionsbündnis #verlagegegenrechts. 65 Verlage und 160 Einzelpersonen wollen mit dieser Initiative ein Zeichen gegen rassistisches, antifeministisches und homofeindliches Gedankengut setzen. So gab es eine eigene Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Die Gedanken sind bunt“

Neben der Literatur sorgte dieses Jahr aber noch ein anderes Thema für einigen Aufruhr. Der Wintereinbruch mit Schneemassen und Kälte erschwerte am Buchmessesamstag- und sonntag die An- und Abreise von vielen Besuchern, Ausstellern und Schriftstellerin. Bloggerin Stephanie Leo wurde während ihrer Wartezeit im Zug gleich mal von der dpa interviewt und Hanser Verleger Jo Lendle verarbeitete seine Erfahrungen literarisch .

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