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#lbm15 – eine Randbemerkung

Veröffentlicht am

Zu der Leipziger Messe im Allgemeinen und der Leipziger Buchmesse im Besonderen habe ich seit meiner Kindheit ein sehr enges Verhältnis. Ich bin quasi damit aufgewachsen, habe später als Studentin Leseforen betreut und als Praktikantin in der Presseabteilung intern Einblicke ins Messegeschehen erhalten. Die Jahre danach aber vor allem als passionierte Leserin guter Literatur die Messe regelmäßig besucht. 2015 erhielt ich eine neue Sicht auf das alljährliche Treiben. Ich war als Literaturbloggerin angereist in der Hoffnung die Kontakte zu Mitbloggern und Verlagsvertretern weiter auszubauen.

Noch während der Messe ist zu dem Thema buchmesse:blogger eine wichtige Diskussion in der Bloggerszene entstanden. Teilweise sehr kritisch. Was gut ist. Bringt doch konstruktive Kritik die Dinge voran, lässt neue Perspektiven zu und regt zu Entwicklungen an. Eine der wichtigsten Erkenntnisse (obwohl eigentlich offensichtlich) für mich ist, dass die Persönlichkeiten, die hinter den Blogs stehen genau so individuell sind wie die Blogs selbst. Ich träume nachts nicht von Klickzahlen und Ratings, schalte keine FB-Werbung oder kaufe Follower ein. Mein Selbstverständnis als Bloggerin ist ein anderes. Für mich ist es ein Projekt, was mich seit vier Jahren anspornt und fordert. Ich schreibe daran weil ich daraus eine Befriedigung an der Beschäftigung mit Literatur über die Lektüre hinaus ziehe. In diesen Jahren veränderte sich Schreibe, der Anspruch an mich selbst und die Vermittlung meiner Beiträge. Über meinen Blog habe ich Mitblogger kennen und schätzen gelernt. Einige Bekanntschaften sind in gute Freundschaften gemündet. Ich freue mich über den Austausch mit Verlagsvertreten, die mir mittlerweile auf Augenhöhe begegnen und mich in meiner Bloggerarbeit unterstützen. In welchem Maß man sich instrumentalisieren lässt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Und daher möchte an dieser Stelle auch ein Dankeschön an die Ansprechpartner in den Verlagen schicken denn auch sie müssen oft intern mit Vorurteilen kämpfen und viel Aufklärungsarbeit leisten. Die Arbeit mit Bloggern ist eine sehr zeitintensive und finanzielle Investition, die nicht jeder Verlag ad hoc und professionell stemmen kann. Letztendlich suchen alle Beteiligten (Blogger, Verlage und Plattformen wie die Messe) einen Weg für einen sachgemäßen Umgang miteinander. Die Messe ist ein Schritt nach vorn gegangen. Wir können aus dem Erlebten in Leipzig nur lernen und weiter den Weg gehen. Er ist und wird beschwerlich bleiben. Viele Klischees gilt es abzubauen aber ich habe kein Problem damit, dies in hunderten von Einzelgesprächen zu tun. Und natürlich gilt es unsere Unabhängigkeit zu verteidigen aber vor allem gilt es gute Literatur und das Lesen in den Vordergrund zu stellen!

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  1. Hey, liebe Vera,
    ich mag Texte, die so kurz und intensiv sind, wie deiner hier zur Buchmesse. Ich spüre in deinen Worten – wie auch sonst in deinen Rezensionen – echte Leidenschaft. Bloggen als Projekt, dass dich anspornt und fordert …
    Am besten gefällt mir, wie du sagst: „Ich träume nachts nicht von Klickzahlen und Ratings, schalte keine FB-Werbung oder kaufe Follower ein. Mein Selbstverständnis als Bloggerin ist ein anderes.“ Das geht mir auch so.
    Indie-Grüße aus Kreuzberg, Jacqueline

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    • buecherliebhaberin

      Hey liebe Jacqueline,

      lange Texte waren noch nie meine Stärke. Dachte ich mir doch, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Und bitte für Frankfurt mehr Zeit einräumen (ich warte auch gern überall auf euch). Leipzig war eindeutig zu kurzatmig.
      Grüße in die Hauptstadt

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  2. Que Vera! Nach über 20 Jahren Buchmesse und sechs Jahren Blog mit regelmäßigen Beiträgen über Leipzig liest, die Messe und Leipzig selbst, lautet mein Fazit: Ich blogge wie es mir gefällt. Was ich lese, worüber ich schreibe, mit wem ich spreche, entscheide ich selbst nach Lust und Laune. Aufs Golfspielen verzichte ich leichten Herzens, mein Auto ist ein kleines, das meistens steht. Die Fahrkarte nach Leipzig, das Hotel, mein Essen bezahle ich selbst. Bücher die in meinen Blog-Beiträgen vorkommen habe ich entweder selbst gekauft oder bei Verlagen von mir aus erbeten. Ein wenig für die Messe trommeln lasse ich mir gefallen, vor den PR-Karren von Verlagen gespannt zu werden ist nicht mein Ding.
    Es grüßt
    Jan

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    • buecherliebhaberin

      Lieber Jan,

      mit wenigen Worten bringst du es auf den Punkt. Danke. Hoffentlich hängst du weitere 20 Jahre dran und wir begegnen uns dann auch noch einmal.

      Es grüßt Vera

      Gefällt 1 Person

      Antwort
  3. Liebe Vera,

    ich freue mich über deinen Rückblick, deine Worte, deine Ansicht! Ebenso lese ich aus den wenigen Zeilen heraus, wie interessant dein Blickwinkel ist, mit welchem du die gesamte Messe erlebt hast!
    Ich stimme dir vollends bei: die Literatur und die Leidenschaft diese zu erfahren und zu vermitteln sollte im Vordergrund bleiben!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    Gefällt 1 Person

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    • buecherliebhaberin

      Liebe Nicole,

      wir sind zwar alle sehr unterschiedlich aber irgendeine Schnittmenge gibt es immer. Ich habe mich sehr gefreut dich kennenzulernen und ich hoffe, dass war nicht die letzte Begegnung.

      Ganz liebe Grüße
      Vera

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  4. Liebe Vera,

    meine Meinung habe ich in meinem Rückblick aus dem ersten Gefühl heraus beschrieben und stimme dir im Selbstverständnis als Blogger zu.

    Trotzdem sollte man immer daran denken, dass wir keine homogene Gruppe darstellen, die mit gleichen Interessen und gleicher Motivation durchs Lesen läuft. Da gehen die individuellen Interessen deutlich auseinander…

    Ich habe gelernt, dass es „DEN“ Blogger so nicht gibt. Das ist ein individueller Weg, den wir alle beschreiten und die einzelnen Lebensprojekte sind deutliche Ausschläge auf der nach oben offenen Richterskala des Bloggens.

    Und doch gibt es eine Schnittmenge der Interessen und Wünsche. Genau dieser Schnittmenge ist die Messe gerecht geworden. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Liebe Grüße

    Arndt

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    • buecherliebhaberin

      Lieber Arndt,

      dass ist mir nach dieser Messe eben wirklich bewusst geworden: “DEN” Blogger gibt es nicht. Könnte man sich fragen, wie naiv ich vorher gewesen bin aber das spielte bisher keine große Rolle für mich. BISHER!

      Jedenfalls vielen Dank für Dein Engagement und deine umfangreiche Berichterstattung.
      Liebe Grüße Vera

      Gefällt 1 Person

      Antwort
  5. Liebe Vera,

    ich kann mich deinen Worten in diesem kurzen Rückblick nur anschließen – auch ich muss gestehen, dass ich in den vergangen Tagen doch davon überrascht war, was für ein Selbstverständnis einige Blogger haben und welche Motivationen und Erwartungen jeder einzelne mit dieser Aktion verbunden hat. Ich habe meine Erwartungen heute auf meinem Blog geschildert: sie wurden alle erfüllt. Alles was mir darüber hinaus – dank der Messe – an Aufmerksamkeit zuteil geworden ist, war mehr als unerwartet und ein großartiger Bonus.

    Ich hoffe, dass sich von der Kritik weder die Messe noch die Verlage davon abhalten lassen, auch im nächsten Jahr für uns Blogger etwas Schönes auf die Beine zu stellen.

    Liebe Grüße
    Mara

    Gefällt 2 Personen

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