Mario Vargas Llosa "Tante Julia und der Schreibkünstler"

Ende letzten Jahres erschien im Suhrkamp Verlag die Neuübersetzung des Llosa Klassikers „Tante Julia und der Schreibkünstler“. Dabei handelt es sich um eine verrückte Liebesgeschichte, die im Peru des 20. Jahrhunderts spielt.

Mario ist 18 Jahre und studiert an der Universität in Lima Jura. Nebenbei verdient er sein Geld als Nachrichtenchef im Radiosender Panamericana. Sein größter Traum ist es Schriftsteller zu werden und irgendwann in Paris zu leben. Immer sitzt er gerade an einer neuen Geschichte, die aber weder abgedruckt noch von seinen Freunden besonders geschätzt wird. Zu seiner weitläufigen Familie gehört auch die eben geschiedene bolivianische, 32-jährige Tante Julia, die nach Lima gekommen ist, um einen neuen Ehemann zu finden. Nach anfänglichen Hadern kommen sich die beiden relativ schnell nah und aus harmlosen und schüchternen Küssen entwickelt sich Liebe. Augrundes des Altersunterschiedes (immerhin 14 Jahre) und dem Umstand, dass sie miteinander verwandt sind, müssen beide das Verhältnis vor ihrer Familie geheim halten. Als die Affäre doch auffliegt, machen sie Nägel mit Köpfen und wollen heiraten. Eine abenteuerliche Reise durch Peru beginnt. Sie müssen entweder einen schwachsinnigen oder bestechlichen Bürgermeister finden, der sie traut. Spätestens an diesem Punkt wird es spannend. Bis dahin plätschert die Geschichte eher vor sich hin. Unterbrochen wird der chronologische Ablauf durch skurrile Kurzgeschichten, besser bekannt als die berühmten Hörspiele des Pedro Camachos. Der bolivianische Hörspielschriftsteller wird im Sender Marios eingestellt und erlangt schon nach kurzer Zeit Berühmtheit. In ihm sieht Mario ein Vorbild für sein eigenes Schreiben und freundet sich mit ihm an. Schon nach kurzer Zeit erkennt Mario den schwierigen Charakter des Künstlers. Dieser produziert für die begeisterten Hörer ein Hörspiel nach dem anderen und verzettelt sich dabei immer mehr. Erste Beschwerden erreichen den Sender und Mario versucht zu vermitteln…

Laut Mario Vargas Llosa ist die Liebesgeschichte von Mario und seiner Tante Julia größtenteils autobiografisch. Womit mal wieder bewiesen wäre, dass das Leben die schönsten Geschichten schreibt!

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Mario Vargas Llosa „Tante Julia und der Schreibkünstler“
Suhrkamp Verlag 2011
Original: „La tía Julia y el escribidor“
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2 Comments

  1. Herzlich Willkommen auf glasperlenspiel13. Hab gerade auch mal bei dir vorbei geschaut. 54book kommt mit auf meine Leseliste!

    Ja, der Roman erschien 2011 in Neuübersetzung. Ich habe natürlich keinen direkten Vergleich mit der älteren Übersetzung. Wäre eigentlich interessant, wo es Änderungen gab. Den geänderten Titel haben wir ja bereits entdeckt ;)

    Liebe Grüße
    Die Bücherliebhaberin

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  2. Das war das erste Buch das Ich von Llosa gelesen habe und ich fand es ganz wunderbar! Eine moderne Liebesgeschichte, die durch den Altersunterschied eine ganz besondere Dynamik entwickelt. Meiner Version heißt allerdings „Tante Julia und der Kunstschreiber“ – auch von Suhrkamp, allerdings aus 2002. Vielleicht eine Neuübersetzung?!

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