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Juan Gabriel Vásquez "Die Informanten"

Veröffentlicht am
Lateinamerikanische Woche

Auch dieses Mal gebe ich einem Gastautor die Gelegenheit einen Beitrag beizusteuern. Ich freue mich und bedanke mich beim Autor dieser Zeilen:

Als Kolumbianer ist man erfreut, dass immer mehr Autoren aus meiner Heimat bei deutschen Verlagen erscheinen; insbesondere Juan Gabriel Vásquez bei Schöffling und Tomás González bei S. Fischer. Nach Gabriel García Márquez finden sich nur schwerlich neue Namen, evtl. noch Álvaro Mutis oder Fernando Vallejo. Selbst andere Themen zu finden, die nichts mit Drogen, Gewalt oder Entführung zu tun haben, ist schwer. Um so erfreulicher, weil richtig frisch und aus deutscher Sicht sehr interesant, dass Juan Gabriel Vásquez mittlerweile ein gern gesehener Gast in Deutschland ist.

Der Grund dafür sind selbstredend seine Romane und im Besonderen sein wohl bekanntestes Werk „Die Informanten“, dessen Handlung zurück ins Kolumbien der 40′ Jahre führt und die Verstrickungen nazionalsozialistischer gesinnter Auswanderer und politisch verfolgter Flüchtlinge des Nazi-Regimes auf eine sehr originelle und überraschend wertfreie Weise aufzeigt. Dieses Buch liest sich im Original sehr angenehm. Vásquez Prosa und Aufbau ist schlicht überragend, was angesichts der Thematik über Denunziation, Verfolgung und Schuld nicht selbstverständlich ist. Während der Lesung und Besprechung seines Buches im Instituto Cervantes in Frankfurt referierte er damals darüber, wie schwierig die Recherche für die Fertigstellung des Romans war. Viele deutsche Auswanderer und deutschstämmige Kolumbianer hätten große Bedenken gehabt, über die Vergangenheit zu reden. Später, als das Buch auf dem Markt war, wurde er von vielen Zeitgenossen kontaktiert, die mit ihren Informationen und Erinnerungen Stoff für ein zweites Buch geliefert hätten.

Juan Gabriel Vásquez hat für sein zweiten Roman „Der Lärm der herabfallenden Dingen“ den Alfaguara Preis im Jahr 2011 in Spanien erhalten, sein dritter Roman „Die geheime Geschichte von Costaguana“ hat Publikum und Kritik im gleichem Maße begeistert. Soeben wurde Juan Gabriel Vásquez erneut mit dem renommierten Simón Bolívar Journalismuspreis für sein Interview mit dem Schriftsteller Jonathan Franzen geehrt.

Vielen Dank noch einmal dem Gastautor!

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  1. Pingback: Juan Gabriel Vásquez „Das Geräusch der Dinge beim Fallen“ | glasperlenspiel13

  2. Also ich habe bei meinem Gastautor nachgefragt. Hier das statement:

    Mangelware! Wie gesagt Laura Restrepo, aber Angela Becerra wurde einmal ins deutsche übersetzt: „Länger als ein Leben“ bei Blanvalet. Angela ist aber eine mehrfach prämiert Autorin in Spanien. Mittlerweile hat sie die spanische Staatsangehörigkeit.

    Ich weiß, dass hilft nicht wirklich weiter :(
    Vielleicht wird ja Kolumbien bald Gastland auf das Frankfurter Buchmesse. Das wäre für kolumbianische Schrifstellerinnen auf jeden Fall hilfreich.

    Liebe Grüße

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  3. Liebe(r) T.,

    ich werde dem Gastautor Bescheid geben. Mir selbst fällt auch nur Laura Restrepo ein. Ich hatte von ihr den Roman „Land der Geister“ gelesen.

    Liebe Grüße
    Die Bücherliebhaberin

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    Antwort
  4. Buechermaniac hatte bereits an anderer Stelle nach lateinamerikanischen Schriftstellerinnen gefragt. Da möchte ich gern anknüpfen und den Gastautor fragen, ob er denn auch Kolumbianerinnen kennt, die in Deutschland veröffentlicht werden? Mir fällt nur Laura Restrepo ein…
    LG T.

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