Jüdische Woche geht mit einem Geschenk an die Leser zu Ende

Jüdische Woche auf glasperlenspiel13

Ganz am Ende dieser (für mich wirklich aufregenden) Jüdischen Woche möchte ich euch noch einen Verlag ans Herz legen und ein ganz aktuelles Buch von Jessica Durlacher verschenken.

Im AvivA Verlag erscheint die Reihe „Wiederentdeckte Schriftstellerinnen„, die sich deutsch-jüdischen Autorinnen aus der 20er- und 30er-Jahren annimmt. Sie mussten alle aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen und ihre Werke gerieten oftmals in Vergangenheit. Der Verlag macht es sich zur Aufgabe diese wieder für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung zustellen. Unter den Autorinnen sind: Victoria Wolff, Autorin Alice Berend, Ruth Landshoff-Yorck, Alice-Rühle Gerstel, Lili Grün, Vicki Baum und Silvia Tennenbaum.

Jessica Durlacher „Der Sohn“ zu gewinnen

Mich haben in den letzten Jahren viele jüdische Schriftsteller nicht nur mit ihren Werken, sondern auch mit ihren Persönlichkeiten tief beeindruckt. So besitzen Lizzie Doron und Ella Milch-Sheriff trotz ihrer Vergangenheit und literarischen Themen feinsinngen und klugen Humor. Edgar Hilsenrath und Lenka Reinerová stehen für die Generation des letzten Jahrhunderts, die den Holocaust überlebt haben und mit ihrem Schreiben gegen das Vergessen ankämpfen. Silvia Tennenbaum und Stefanie Zweig wissen noch aus ihren Kindheitstagen zu berichten aber auch nichtjüdische Autoren nehmen sich des Themas an wie zum Beispiel Erich Hackl. Mich interessiert nun, welche jüdischen Schriftsteller(innen) euch literarisch oder auch persönlich berührt haben und warum.

Unter den Kommentatoren möchte ich das aktuelle Buch von Jessica Durlacher „Der Sohn“, das ich auf der Leipziger Buchmesse vom Diogenes Verlag aus Versehen doppelt erhalten habe, verschenken. Kleiner Bonus: Ich habe es auf der Lesung am Dienstag gleich mit signieren lassen.

Vielen Dank auch für die vielen positiven Rückmeldungen (nicht nur per Kommentar) während dieser Woche. Ich habe schon eine Idee für das nächste Special, das kommt aber sicher erst im Herbst.

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13 Comments

  1. Hallo liebe Rezensentin,

    vielen Dank für den Besuch auf meinem Blog und ich freue mich, dich als neue Leserin willkommen zu heißen! Die Jüdische Woche hat mir wirklich viel Freude bereitet und ich arbeite auch schon an meinem nächsten Special ;) Momentan ist es aber ein wenig ruhiger hier. Hoffe, dass ändert sich bald.

    Habe natürlich auch auf deinem Blog vorbeigeschaut. Glückwunsch, da hast Du ja etwas tolles auf die Beine gestellt. Werde jetzt öfter bei Dir vorbeischauen!

    Die besten Grüße
    Die Bücherliebhaberin

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  2. Vielen Dank für deine Antwort. Wie sich Interessen und Leidenschaft für ein bestimmtes Thema entwickeln können, ist manchmal erstaunlich. Ich habe gesehen, dass Lea Fleischmann im Herbst wieder auf Lesereise ist. Vielleicht habe auch ich das Glück sie einmal live zu erleben.

    Liebe Grüße zurück

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  3. Entschuldigung für die späte Antwort!
    Lea Fleischmann ist schuld, zur Hälfte jedenfalls. Ich habe sie vor vielen Jahren eher zufällig bei einer Lesung erlebt. Sie ist eine so warmherzige, auf andere unglaublich zugehende Frau, dass ich gar nicht anders konnte, als mich mit dem Thema Israel zu beschäftigen.
    Die andere Hälfte ist familiär bedingt und hat etwas damit zu tun, dass eine Familienangehörige aus Sicht der damaligen Machthaber einen falschen Mann geheiratet hat. Entweder schiebt man das, was dann passierte, ganz weit weg oder man steigt in das Thema ein, einen anderen Weg gibt es – für mich jedenfalls – nicht.
    Einen lieben Gruß
    Brigitte

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  4. Liebe Brigitte,
    herzlichen Dank für deinen Beitrag! Durch ihn entdecke ich für mich neue Schriftsteller, denn ich muss gestehen, dass mir alle vier unbekannt sind. Um so mehr habe ich mich über deinen Kommentar gefreut. In den nächsten Tagen werde ich mir die genannten Autoren genauer anschauen und vielleicht das eine oder andere Buch auf meine Leseliste packen. Du scheinst dich sehr für dieses Thema zu interessieren. Wie bist du darauf gestoßen?
    Das durch die Medien beeinflusstes Israel-Bild ist sicher viel zu oft einseitig. Bei meinem Israelbesuch habe ich selbst erlebt, wie differenziert es sein kann.
    Liebe Grüße
    Bücherliebhaberin

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  5. Hallo, liebe Bücherliebhaberin,
    auch auf Deinem Blog lese ich still mit und habe schon so manches wunderbare Leseerlebnis durch Deine Empfehlungen gehabt.
    Zu Deiner Frage: Neben den schon genannten Schriftstellern beeindruckt mich nach wie vor Yoram Kaniuk, dessen „Zwischen Leben und Tod“, das teilweise wie ein literarischer Fiebertraum daherkommt (was kein Kunststück ist, Kaniuk erzählt in diesem Buch sehr viel über seine schwere Erkrankung), mich fast an die Grenze des für mich Lesbaren gebracht hat (und das meine ich nicht in einem negativen Sinn), dermaßen hat mich das Buch durchgerüttelt.
    Von Lea Fleischmann habe ich sehr viel über die jüdische Religion und ihre Einbindung in den Alltag erfahren (z. B. in „Koscher essen“).
    Ron Leshem erzählt mir dagegen von einem anderen Israel.
    Und wieder ein Kontrast dazu ist Chaim Noll.
    Auf all diese Schriftsteller kann ich nicht mehr verzichten, weil sie unter anderem dafür sorgen, dass ich mein durch die Medien beeinflusstes Israel-Bild immer wieder – und nicht einmal ungern – korrigiere.
    Liebe Grüße
    Brigitte

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  6. Ich habe mir gestern gleich deine Rezension zum Buch angeschaut und es scheint den Leser wahrhaftig zu berühren. Da ich von David Grossmann noch nichts gelesen habe, werde ich es mir gleich notieren. Vielen Dank für die Empfehlung!

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  7. Von Irène Némirovsky habe ich auch fast alles gelesen. Ihr persönliches Schicksal ist tragisch und unfassbar – wie so viele in dieser Zeit. Joseph Roth steht zwar im Bücherregal aber bis jetzt habe ich nur einen seiner frühen Romane „Hotel Savoy“ gelesen.
    Die Veranstaltung mit Jessica Durlacher war wirklich interessant. Gerade weil sie auch viel aus dem Alltag eines Schriftstellerhaushaltes erzählt hat. Auf ihren Roman bin ich sehr gespannt – die Lesung hat auf jeden Fall angeregt mehr zu erfahren über diese Familientragödie. Ich muss aber gestehen, dass ich ein anderes Bild von ihr hatte. Auf den ersten Eindruck sollte man sich doch nie verlassen. Sie kam auf blauen Highheels und Minirock zu Veranstaltung und damit hatte ich einfach nicht gerechnet ;)

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  8. Liebe Bücherliebhaberin: dann möchte ich dir „Stichwort:Liebe“ ganz ganz fest ans Herz legen. Es ist kein einfaches Buch, es schmerzt beim Lesen. Aber es ist so voller Hoffnung und Phantasie, dass das Lesen ein bittersüßes Erlebnis wird. Versprochen!

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  9. In den letzten Jahren haben mich ganz sicher am meisten die Bücher von Irène Némirovsky am meisten bewegt. „Suite Française“ war das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe, danach sind alle weiteren auch gefolgt. Mich hat damals am meisten erschüttert, wie ihr Mann alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um seine Frau nach der Deportierung zu finden und sie zu jenem Zeitpunkt wahrscheinlich schon umgebracht wurde. Auch die Bücher von Joseph Roth habe ich immer gerne gelesen, mein Favorit ist aber ganz klar die Familiengeschichte in „Hiob“, absolute Weltliteratur. Dass du Jessica Durlacher erleben durftest ist grossartig, leider konnte ich nicht an die Lesung in Zürich. „Der Sohn“ ist ein aufwühlendes und spannendes Buch zugleich.

    LG buechermaniac

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  10. Ja ich weiß, es gibt so viele. Mirjam Pressler begegnet mir auch immer wieder, ob als Übersetzerin oder Schriftstellerin. Mit Amos Oz geht es mir ähnlich wie Dir. Sein Roman „Eine Geschichte von Licht und Finsternis“ hat mich richtig gefesselt und bis heute nicht wirklich losgelassen. Von David Grossmann habe ich leider noch nichts gelesen aber sein Name & seine Person ist mir ein Begriff. Bezgl. einer Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern kann ich Dir auch das Buch von Lea Rabin „Ich gehe weiter auf seinem Weg“ empfehlen. Die Witwe von Jitzchak Rabin schildert in ihrem Buch die Visionen ihres Mannes. Zugleich erfährt man viel über die Anfänge des Staates Israel – also auch geschichtlich sehr interessant

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  11. Puh, da gibt es einige. Zuallererst Lizzie Doron, die trotz der ungeheuren Leerstellen in ihrer Biographie eine humorvoll-lakonische und vor allem lebensbejahende Einstellung an den Tag legt. Dann Mirjam Pressler, deren Bücher mich durch meine gesamte Kindheit und Jugend hindurch begleitet haben und noch heute begleiten. Sie ist als Kind jüdischer Eltern in einer nicht-jüdischen Pflegefamilie aufgewachsen und fand erst später zu ihren jüdischen Wurzeln. Zeitweilig lebte sie auch mit ihren Töchtern in einem Kibbuz, selbstverständlich ebenso beeindruckend sind ihre Hebräischkenntnisse und Übersetzungleistungen. Und mich ganz besonders berühren konnten David Grossman und Amos Oz – zwei israelische Schriftsteller, die sich unermüdlich für die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen, politisch aktiv sind und die mit ihren Büchern bewiesen haben, dass die Fähigkeit, zu denken und zu fühlen wie ein Kind, in ihnen noch immer lebendig ist. „Stichwort:Liebe“ war eines DER Bücher für mich im letzten Jahr, ich habe selten so viele Tränen beim Lesen geweint wie hier…

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