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Jüdisches Leben mit der Kamera festgehalten

Veröffentlicht am

Jüdische Woche auf glasperlenspiel13

Ich möchte Euch in meinem ersten Beitrag zwei beeindruckende Bücher vorstellen, die das Leben von Juden mit Hilfe von Interviews und Fotografien auf ganz besondere Art und Weise einfangen.

„Nirgendwo und überall zu Haus“

Martin Doerry kennen vielleicht einige von euch durch sein Buch „Mein verwundetes Herz“. Er hat zusammen mit der Fotografin Monika Zucht „Nirgendwo und überall zu Haus“ veröffentlicht. Ein Band, das Gespräche mit Überlebenden des Holocausts versammelt und ein wichtiges Zeitdokument ist und sein wird, denn die Stimmen der Überlebenden werden jedes Jahr weniger.

Doerry ist viele Jahre durch Europa und die USA gereist, um diese Interviews zu führen. Begleitet hat ihn Monika Zucht, die mit ihren Schwarz-Weiß Aufnahmen gesprochene Geschichte lebendig werden lässt. Unter den 24 Gesprächspartnern findet man auch Lenka Reinerová und Edgar Hilsenrath. Beide habe ich auf Lesungen selbst gesehen und erlebt und war fasziniert und erschüttert zugleich über ihr Leben und Schicksal. Die Interviews sind sehr persönlich und als Leser erhält man tiefe Einblicke in das Leben der Überlebenden. Sie erzählen aber auch wie sie heute zu Deutschland stehen und welche Rolle die Religion und das Judentum in ihrem Leben spielen.

Gesprächspartner sind: Aharon Appelfeld, Agnes Sassoon, Ernest W. Michel, Edgar Hilsenrath, Peter Gay, Eva Haas, Adam Daniel Rotfeld, Heinz Berggruen, Ruth Klüger, Ivan Klíma, Alfred Grosser, Inge Deutschkron, Arno Lustiger, Imre Kertész, Anita Lasker-Wallfisch, Ralph Giordano, Georges-Arthur Goldschmidt, Lenka Reinerová, Elie Wiesel, Albert O. Hirschmann, Lucille Eichengreen, Saul Friedländer, Oldrich Stránský und Lotte Paepcke.

„Wir alle wissen mehr darüber, wie Juden starben als wie sie heute leben“

Frédéric Brenner

„Diaspora: Heimat im Exil“

Als zweiten Herausgeber und Fotograf möchte ich euch Frédéric Brenner, selbst Jude, vorstellen. Er begann bereits mit 18 Jahren zum Thema Juden in der Diaspora zu fotografieren. Sein umfangreiches Werk „Diaspora: Heimat im Exil“ umfasst zwei Bände, einen Band „Fotografien“, in dem der Franzose Schwarz-Weiß Fotos aus über 20 Jahren und aus 40 Ländern präsentiert. Der zweite Band „Stimmen“ bezieht sich auf 60 Fotos aus dem ersten Band, die von namhaften Schriftstellern (Beispiele: Carlos Fuentes, Elfriede Jelinek, Jaques Derrida) und Gelehrten kommentiert werden.

Diese Bilder zeigen jüdisches Leben in ganzer Vielfalt und Breite: von modernen Lebensverhältnissen in Israel, über einfaches Leben in Jemen – über Juden aus Polen, Südafrika, Spanien, Brasilien, und Indien. Überlebende des Holocausts in Südamerika werden ebenso wie jüdische Menschen im heutigen Deutschland thematisiert. „Diaspora: Heimat im Exil“ ist eine Anthologie jüdischen Lebens der Gegenwart die seinesgleichen sucht.

© Frédéric Brenner
© Frédéric Brenner

Einen interessanten und sehr ausführlichen Artikel über die zweibändige Ausgabe findet ihr auch hier.

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  1. Lieber Saul,

    vielen Dank für den Filmtipp – passt wunderbar! Der Trailer ist wirklich vielversprechend.

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  2. Ich freu mich, dass du wieder posten kannst, viel mehr freu ich mich aber darüber, dass ich deinen Nerv getroffen habe. Die zwei Bände sind mir zufällig vor ein paar Jahren in Weimar über den Weg gelaufen und ich musste sofort zuschlagen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob sie noch im Handel oder nur noch über Antiquariate erhältlich sind. Bin gespannt, was du dazu sagst.

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  3. Höchstinteressant! Dazu möchte ich einen Filmtipp abgeben:
    http://www.other-europeans-film.de/ Lass dich, lass euch, überraschen! :-)

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  4. Liebe Vera: Da hast du meinen Nerv getroffen. Besonders den Bildband von Brenner werde – nein muss – ich mir im Buchladen ansehen!

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