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Lizzie Doron auf der Leipziger Buchmesse

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Für Leipzig hatte ich mir ein wahnwitziges Programm vorgenommen. Die Hälfte der Lesungen musste ich dann leider aus verschiedenen Gründen streichen. Ich sage nur die drei großen Ms: Massen, Müdigkeit und Mangel an Zeit.

Lizzie Doron

Lizzie Doron auf der LBM

Die wichtigsten Termine verpasste ich aber nicht. Zum einen war das die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron, die fast jedes Jahr in Leipzig ist und ihre Bücher vorstellt und ganz nebenbei ihr halbes Leben Revue passieren lässt. Und jedes Mal erfährt man ein bisschen mehr, da auch sie noch immer auf der Suche nach der ganzen Wahrheit über ihre Familie ist. Schon oft hat sie die Geschichte erzählt, wie zum Schreiben gekommen ist aber für meine Leser wiederhole ich sie sehr gern. In Israel müssen alle Schüler eine Arbeit über ihre Familie schreiben. Da ihre 14-jährige Tochter besonders ehrgeizig war, löcherte sie ihre Mutter unentwegt. Das Problem war nur, das Lizzie nichts über ihre Familie wusste, da ihre eigene Mutter ein Leben lang geschwiegen hat. Sie nahm sich eine dreimonatige Auszeit für Recherchen und schrieb ihre Erinnerungen für sich und ihre Tochter nieder. Nach Beendigung gab sie die Aufzeichnungen ihrer Assistentin an der Universität zum Lesen. Diese wiederum war so ergriffen von der Geschichte, dass sie Lizzie versuchte zu überreden die Texte an einen Verlag zu schicken. Da Lizzie sich weigerte, veranlasste es die Assistentin hinter ihrem Rücken. Zwei Tage später riefen schon die ersten Verlage an. Aber es half nicht: Lizzie wollte nicht veröffentlichen. Einige Tage später klingelte das Telefon erneut: eine Verlegerin (eine Überlebende der Shoa), wollte die Autorin dieser Zeilen unbedingt kennenlernen wollte. Als Lizzie dann bei der Begrüßung die Tätowierung auf ihrem Arm sah, konnte sie nicht mehr Nein sagen. So erschien bereits drei Monate später ihr erstes Buch.

Sie arbeitete zunächst weiter an der Universität aber nach einem Jahr meldeten sich die ersten ausländischen Verlage. Auf die Frage des deutschen Verlages, wie viele Bücher sie denn vorhat zu schreiben, antwortete die jüdische Autorin: „6 – Für jede Million 1 Buch!“ Jedoch kann sie jetzt schon sagen, dass es mehr als sechs werden, da sie momentan schreibt und schreibt und schreibt. Über ihr neues Buch „Das Schweigen der Mutter“ hatte sie natürlich auch viel Interessantes zu berichtet. Davon erzähle ich euch aber erst in meiner Rezension.

Ich habe Lizzie Doron live aufgenommen, als sie gerade auf hebräisch spricht und weil viele die Sprache als besonders schön empfinden. Vielleicht versteht es ja der eine oder andere. Sie spricht ansonsten Englisch, versteht aber auch sehr gut Deutsch.

 
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  1. Ihr Debüt „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen“ ist der Anfang ihrer Geschichte und wird oft genannt. Ich kann Dir vor allem „Es war einmal eine Familie“ empfehlen.
    Viel Freude dabei und mich würde natürlich sehr interessieren, wie dir das Buch gefallen hat.

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  2. Liebe Vera, gib doch mal einen Tipp, welches ihrer Bücher man gut als Einstieg lesen kann! Liebe Grüße!

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  3. Liebe caterina,
    das freut mich zu hören. Ich habe noch so viel zu erzählen, komm aber gar nicht hinterher :) Ich hoffe natürlich, dass ich dadurch auch ein bisschen Neugierde wecken und der eine oder andere doch mal nach Leipzig fährt. Jetzt stehen aber erstmal die nächsten Veranstaltungen in Frankfurt auf dem Programm…

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  4. Ach wie schön, liebe Bücherliebhaberin, dass du die Leipziger Buchmesse so fleißig und wunderbar für uns aufbereitest! Mit netten Anekdoten sowie tollen Fotos und Videos (die hebräische Sprache ist in der Tat sehr schön anzuhören). Da ist es gar nicht mehr so schlimm, dass man selbst nicht dabei gewesen ist :)

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