Wladimir Kaminer „Russendisko“

Hab ich dieses Buch nun endlich auch geschafft. „Russendisko“ von Kaminer ist ja schon fast zum Klassiker avanciert. Ganz so euphorisch bin ich nach der Lektüre allerdings nicht. Da hat mir meine Erwartungshaltung mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber was hatte ich denn auch erwartet? Sicher die gesammelten Anekdoten über das Leben eines russischen Immigranten in Berlin sind teilweise ziemlich schräg und amüsant bleiben aber nicht wirklich im Gedächtnis hängen. Nun gab mir eine Freundin den entscheidenden Tipp: Kaminer darf man nicht lesen sondern man muss ihn hören! Sein Akzent und seine Art und Weise des Vorlesens machen den besonderen Reiz seiner Geschichten aus. Leider habe ich eine Lesung mit ihm vor kurzen hier in Frankfurt verpasst. Dann hätte ich jetzt den direkten Vergleich.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der 23-jährige Wladimir Kaminer möchte raus aus dem Moskau der 90er Jahre. Sein Freund Mischa soll ihn dabei begleiten. Ziel ist das quirlige Berlin denn als jüdische Immigranten erhalten sie ein begehrtes Visum für Deutschland. Und dann folgen schon Schlag auf Schlag die unglaublichen Abenteuer in der deutschen Hauptstadt. Der Leser erfährt die Besonderheiten des russischen Telefonsexs, wie Kaminer einmal Schauspieler wurde und warum er noch immer keinen Antrag auf Einbürgerung gestellt hat. Die 50 Geschichten sind nett zu lesen aber als nächstes kaufe ich mir von Kaminer ein Hörbuch.

Ab 29.03 gibt es den gleichnamigen Film mit Mathias Schweighöfer im Kino. Kritische Stimmen bemängeln, dass deutsche Darsteller das russische Wesen und den schon angesprochenen typischen Akzent nicht transportieren können. Verschafft euch am besten einen eigenen Eindruck.

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Wladimir Kaminer „Russendisko“
Wilhelm Goldmann Verlag; München 2000

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2 Comments

  1. Da hat deine Freundin wahrscheinlich recht. Ich habe „Militärmusik“ gelesen, nachdem ich Kaminer gehört habe, wie er daraus vorlas. Das fand ich damals zum Schreien. „Russendisko“ hingegen habe ich nicht gelesen und den Film werde ich mir sicher nicht anschauen, der passt nach dem Trailer zu urteilen, überhaupt nicht. Ja, das Russische, vor allem der Akzent, fehlt. Es werden zu viele Bücher verfilmt. Kopfkino ist manchmal einfach besser.

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