Antal Szerb "Reise ins Mondlicht"

… oder besser gesagt eine Reise, um sich selbst zu finden. Mihály befindet sich mit seiner Frau Erzsi auf Hochzeitsreise nach Italien. Auf der Durchreise treffen sie zufällig auf einen alten Bekannten Mihálys, den er noch aus Jugendzeiten kennt. Durch dieses Treffen wird Mihály ungewollt von seiner Vergangenheit eingeholt, die er noch am selben Abend Erzsi anvertraut.

Er erzählt von der Zeit, die er mit dem Geschwisterpaar Tamás und Eva Ulpius verbracht hat, von ihren Abneigungen gegen allgemeine Konventionen und das „normale“ Leben des Bürgertums, ihren Rollenspielen und ihrer Todessehnsucht. Auf der Weiterreise lassen Mihály diese Bilder der Vergangenheit einfach nicht mehr los. Durch einen erneuten Zufall wird er von seiner Frau getrennt – wie es scheint für ihn ein befreiender Umstand – und reist auf eigene Faust weiter durch Italien. Er lässt sich treiben, nimmt die italienischen Landschaften auf und sinniert über seine Existenz. Immer im Geiste dabei sind die Freunde von damals Tamás und Eva, Erwin, der Freund von Eva und Janos. Er begibt sich unbewusst, später bewusst auf die Suche nach ihnen und wird fündig, Antworten auf seine viele Fragen des Lebens bekommt er aber nicht.

Das passende Hörbuch für lange Spaziergänge, bei denen man abschalten kann, um sich ganz den Gedankengängen Mihálys hinzugeben – was nicht immer einfach ist, das gebe ich zu. Heikko Deutschmanns Stimme war mir zuweilen zu monoton und passte auch nicht zu jedem Charakter, wohl aber zum melancholischen Wesen Mihálys.

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4 Comments

  1. Hallo Harald,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Habe gerade deine beiden Beiträge zu Szerb gelesen. Ihm scheint wohl mehr das Historische zu liegen. Da hatte ich wohl etwas Glück mit „Reise ins Mondlicht“ – da mich die beiden von dir genannten Titel thematisch nicht ganz so ansprechen. Danke trotzdem!

    Lieben Gruß

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