Mein Islandtest: Eiríkur Örn Norðdahl „Gift für Anfänger“

Es ist bestimmt an keinem einfach so vorbei gegangen – die Frankfurter Buchmesse öffnete seine Türen und dieses Jahr besonders weit für den Ehrengast Island. Da mir zu isländischer Literatur rein gar nichts einfällt, war ich ganz froh, dass TUBUK deluxe ebenfalls ein Island-Special für seine Mitglieder bereit hielt. Aus drei verschiedenen Titeln konnte gewählt werden. Ich entschied mich für „Gift für Anfänger“ von Eiríkur Örn Norðdahl. Zunächst kurz zum Inhalt, bevor ich Euch meine Leseerfahrung mitteile.

Held oder besser Antiheld ist Halldó, der zusammen mit Dísa in einer WG in Reykjavík wohnt und mehr oder weniger in den Tag hineinlebt. Ohne Arbeit hat er einfach zu viel Zeit über Dinge nachzudenken, auf die kein „normaler“ Mensch kommen würde. Hier ein schönes Beispiel: Wieviel mögliche Paarkombinationen gibt es auf der Welt? Ich verrate es euch schon mal vorab: ca. siebeneinhalb Milliarden Milliarden. Die Berechnung könnt ihr ja dann selbst nachlesen. Als Dísa eines Tages mit einem Dornbusch nach Hause kommt, gibt es für ihn kein Halten mehr. Zunächst informiert er sich nur über dieses giftige Gewächs, am Ende isst er es, ja er streichelt die Pflanze sogar. Dísa hingegen hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Erst vor kurzem hat sie ihre dreijährige Tochter bei einem tragischen Verkehrsunfall verloren und nun muss sie sich auch noch mit Högni rumschlagen, der ein kleinen Minderwertigkeitskomplex, trotz seines perfekten Aussehens, zu haben scheint.

Ich kann „Gift für Anfänger“ leider nicht viel abgewinnen. Halldós Gedankengänge sind mir einfach zu fremd, sein Wesen hat mich nur genervt. Einzig Dísa und ihre Geschichte fand ich wirklich interessant und lesenswert. Ich will jetzt natürlich kein komplettes Land über einen Kamm scheren aber isländische Literatur kommt mir nicht ganz so schnell wieder ins Haus – oder gibt es vielleicht Anregungen eurerseits, die mich umstimmen könnten?

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Eiríkur Örn Norðdahl „Gift für Anfänger“
Original: „Eitur fyrir byrjendur“
kozempel & timm, Berlin 2010

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2 Comments

  1. Mir geht es genauso. Ich habe auch noch keine isländischen Schriftsteller gelesen. Aber ich habe seit einiger Zeit auf meinem Merkzettel ein Buch von Audur Jónsdóttir „Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt“. Klappentext und Leseprobe haben mich überzeugt. Schau's dir doch einmal an.

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