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Ákos Molnár „Zwölf Schritte“

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Kennt Ihr das Gefühl, wenn man eigentlich gar nicht weiterlesen will, nur um der nahenden Tragödie zu entfliehen? Ákos Molnár schafft es mit seinem Roman „Zwölf Schritte“ den Leser in einen mitreißenden Strudel zu ziehen, dem man nicht mehr so leicht entkommen kann. Als ich den Plot auf der Rückseite das erste Mal gelesen hatte, hätte ich nicht gedacht, dass diese Geschichte so spannend sein kann.

Zwölf Schritte trennen Professor Tittelbach von der Katastrophe, die unweigerlich kommen muss! Seine Liebe zu Helga, der Schwester seines Schülers Egon, ist echt und von tiefen Gefühlen geprägt. Als aber das neue Zimmermädchen Grete ihren Dienst antritt, ist nichts mehr so wie es einmal war, denn nicht nur Helgas Bruder Egon verfällt der derben Schönheit, sondern auch Helgas Geliebter Professor Tittelbach, dessen Zimmer sich zwölf Schritte entfernt befindet. Wir erfahren, wie Lust zur Last und Leidenschaft zur Obzession wird. Auf engsten Raum erleben Helga, Gretel, Egon und Professor Tittelbach ein Wechselbad der Gefühle und sie müssen erkennen, wie schnell der Verstand aussetzen kann. Molnás nähert sich seinen Figuren auf psychoanalytischer Ebene und erklärt: „Aber die menschliche Seele interssiert mich am meisten, das andere sind […] unterstützende Bemühungen. Eine reine Seelenbeschreibung kann man leider nicht geben, obwohl ich meine Helden am liebsten auf die Couch legen und ihre Gedanken aufschreiben würde.“ (Ákos Molnár)

Über Ákos Molnár selbst ist relativ wenig bekannt. Interessierte Leser finden im Nachwort der PIPER Ausgabe aber doch noch einige Informationen über diesen ungewöhnlichen Schriftsteller. Hier nur kurz zusammengefasst: Ákos Molnár wurde 1895 in Budapest geboren und wollte eigentlich Violinist werden. Da er im Ersten Weltkrieg jedoch seinen rechten Arm verlor, konzentrierte er sich ganz auf das Schreiben. Fünf Romane und drei Novellenbände erschienen zwsichen 1926 und 1941. Der jüdische Schriftsteller wurde 1945 zusammen mit seiner Frau in Budapest von einem Mitglied der Pfeilkreuzer (antisemitische Faschistenpartei) erschossen. „Zwölf Schritte“ ist das erste Buch auf Deutsch.

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Ákos Molnár „Zwölf Schritte“
Original: „Múlt és Jövő Könyvkiadó“
Piper Verlag GmbH, München 2007

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