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„Frühlingslektüre“ von Katharina Hagena, Irene Dische & Anna Gavalda

Veröffentlicht am

In den letzten vier Wochen habe ich einige Bücher geradezu verschlungen, die viele von Euch sicher schon einmal in der Hand hatten. Da ich aber ungern sogenannte „Bestseller“ lese, wenn sie gerade erschienen sind, warte ich immer ein bisschen ab und widme mich ihnen dann ganz in Ruhe. „Frühlingslektüre“ bitte nicht falsch verstehen. Damit soll weder die Qualität noch der Inhalt bewertet werden! Für mich bedeutet es nur, sich auf dem Balkon in die Sonne zu setzen, zurückzulehnen und in die Lektüre einzutauchen.

 

Da haben wir zunächst „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Katharina Hagena. Von kitschig bis herausragend – so unterschiedlich waren die Meinungen im Jahre 2008 als das Romandebüt von Hagena erschien. Anschaulich und lebendig wird das ländliche Anwesen und seine ehemaligen Bewohner in der norddeutschen Tiefebene, das die Bibliothekarin Iris nach dem Tod ihrer Großmutter erbt, beschrieben. Um dieses Stück Land ranken sich viele Geschichten und Geheimnisse, die die Erbin in Rückblicken zu ergründen versucht. Eine Familiengeschichte voller Erinnerungen mit einem versöhnlichen Ausgang.

Mit „Großmama packt aus“ unterhält Irene Dische den Leser auf sarkastische und ironische Art und Weise, obwohl das Thema an sich nicht komisch ist: Elisabeth Rother, eingefleischte Katholikin erzählt die Geschichte ihrer halbjüdischen Familie an deren Ende die Enkelin Irene Dische, die Autorin selbst, steht. Da ist die sich anbahnende Katastrophe in Deutschland unter Hitler, die Flucht nach Amerika und das Leben in diesem neuen Land namens USA. Mit ihrer Eigentümlichkeit die Dinge zu sehen, hinterlässt sie beim Leser ein dauerhaftes Lächeln aber auch zuweilen ein Kopfschütteln.

Zu guter Letzt noch Anna Gavalda und ihr Roman „Zusammen ist man weniger allein“. Gespannt folgt man den Ereignissen einer unkoventionelle Wohngemeinschaft, die aus Philibert, Camille, Paulette und Franck besteht. Mein Wunsch während der Lektüre: diese Geschichte möge nie zu Ende gehen – obwohl der Epilog dann doch zu viel des Guten war. Nachdem ich nun endlich das Buch gelesen habe, möchte ich mir nun den Film anschauen. Hat jemand diesen schon gesehen??

Mein Fazit: alle drei Bücher kann ich nur wärmstens empfehlen! Für weitere Empfehlungen bin ich jederzeit dankbar!

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  1. Das klingt toll, ich werde es auf meine Leseliste setzen! Danke für deine Mühe.

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  2. Hallo Svenja,
    klar das mach ich doch gern! Das Besondere an diesem Buch ist für mich die Denk- und Sichtweise der Elisabeth Rother und ihre daraus resultierenden Meinung, die sie ganz unverblümt ihren Mitmenschen mitteilt. Ihre Direktheit ist erschreckend und amüsant zugleich. Schon der erste Satz vermittelt sehr deutlich, was ich damit meine: „Dass meine Enkeltochter so schwierig ist, hängt vor allem mit Carls geringer Spermiendichte zusammen.“
    Mops, so ihr Spitzname, heiratet gegen den Willen Ihrer katholischen Familie einen jüdischen Arzt und riskiert somit den Verstoß der konservativen Verwandten. Dass er freiwillig zum Katholizismus konvertiert, lässt man nicht gelten und als Hitler an die Macht kommt, muss Elisabeth sich vor ihrer eigenen Familie, die brave Nazis geworden sind, fürchten. Gemeinsam mit ihrer einzigen Tochter Renate folgt sie einige Zeit später ihrem Mann Carl nach New York. Die ersten Jahre sind sehr schwierig für die drei aber sie kämpfen sich durch – vor allem mit Elisabeths gesunden Pragmatismus. Als sie ein Zimmer zur Untermiete suchen und die Erfahrung machen müssen, dass Flüchtlinge bzw. Juden nicht gern gesehen sind, befiehlt sie ihrem Mann und ihrer Tochter an der nächsten Tür: „Zeigt Eure Hinterköpfe, dann klappt es.“ (wohlwissend, dass sie einen bestimmten physischen Einschlag haben) Und es funktioniert! Als sie erfährt, dass ihre Tochter ebenfalls einen Juden heiratet, sieht sie schon das kommende Unheil. Wir erfahren, unter welchen Bedingungen ihre beiden Enkel aufwachsen – bei diesen Erziehungsmethoden stehen mir zum Teil die Haare zu Berge – und nehmen teil an diesem unkonventionellen Familienleben mit allerlei Dramen, Ungerechtigkeiten, Missverständnissen aber auch Versöhnungen.
    Die Erzählweise ist manchmal etwas verwirrend, da nicht linear und immer wieder fängt Elisabeth mit einer Geschichte an, um diese kurz darauf mit dem Satz: „Dazu später mehr“ zu unterbrechen. Sie hält die ganze Zeit ihren saloppen Ton und kümmert sich nur wenig um die Meinung der Leute. Im Laufe des Romans wächst sie einem so richtig ans Herz und man bedauert, dass sie uns nicht noch mehr Anekdoten aus ihrem so langem Leben erzählt. Ein Familienroman mit vielen (tragisch)komischen Situationen, die erst durch Elisabeths Darstellung für den Leser amüsant werden. Ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen! Bin gespannt, wie du das Buch findest!

    Viele liebe Grüße
    Vera

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  3. Vera, kannst du mir ein bisschen mehr zu „Grossmama packt aus“ erzählen? Der Roman interessiert mich seiner Thematik nach sehr und ich würde mich über dein ausfürhliches Urteil freuen!

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  4. Hallo Saul,
    Du scheinst der Erste zu sein :)
    Hab es immer noch nicht geschafft den Film zu sehen aber bei dem Wetter sitz ich lieber mit einem Buch in der Hand in der Sonne…

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  5. „Zusammen ist man weniger allein“ habe ich gesehen. Kann ich empfehlen. :-)

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  6. @Ailis
    Mir haben die Apfelkerne auch gut gefallen und Vera hat es mit „Entspannungslektüre“ gut getroffen, finde ich. Das Buch ist nicht übermäßig anspruchsvoll, aber gut zu lesen und es passt zum Frühling/Sommer, also beginnt jetzt eigentlich genau die richtige Zeit, es zur Hand zu nehmen :)

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  7. Liebe Vera,

    schau ihn dir auf jeden Fall an, Geschmäcker sind ja so unterschiedlich! Und ich bin schon gespannt, was du dazu zu sagen hast. :)

    Liebe Grüße
    Ailis

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  8. Liebe Ailis,

    schön von Dir zu hören. Deinen Blog hatte ich mir letztens auch gerade angeschaut. Meiner Perlenkette hab ich gleich diese Perle hinzugefügt:)
    Die Apfelkerne musst du unbedingt lesen. Ist eine gute Entspannungslektüre! Mit dem Film macht ihr mir ja immer weniger Lust, bin aber trotzdem gespannt.

    Ganz liebe Grüße
    Bücherliebhaberin Vera

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  9. Hallo Vera,

    den Film habe ich nur in Ausschnitten gesehen, hatte aber auch, genau wie Ada, so meine Probleme mit der Besetzung und auch mit der allgemeinen Umsetzung. In den Ausschnitten, die ich sah, transportierte der Film eine ganz andere Stimmung, als ich sie selbst beim Lesen empfunden habe.

    Die Apfelkerne stehen auch noch in meinem Regal. Die sehr unterschiedlichen Bewertungen dieses Buches haben mich bisher immer noch zu etwas anderem greifen lassen, aber vielleicht nehme ich dein Urteil mal als Nullpunkt und lese das Buch endlich! :)

    Den Link zu deiner wunderschönen Seite nehme ich mal mit… :)

    Liebe Grüße
    Ailis

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  10. Vielen Dank für die Einschätzungen! Schade nur, dass keine besonders positiv ausgefallen ist :-(
    Werde mir den Film aber trotzdem ansehen und mich wieder melden.

    Liebe Grüße
    Vera

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  11. Genau auch meine Meinung zum Film! Wobei ich Guillaume Canet wiederum recht gut bezetzt fand – aber ihn kann man auch nicht genug sehen ;-) auf jeden Fall ist das Buch viel viel schöner… der Film schafft es leider nicht, sich in die einzelne „Standpunkte“ der Charakter hineinzuversetzen, wie Anna Gavalda dies im Buch schreibt, man taucht leider nicht so hinein…
    Bisous,
    Elsa

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  12. Hallo Vera,
    ich habe den Film zu Anna Gavaldas Buch gesehen, war allerdings nicht allzu begeistert davon. Das liegt weniger an der Umsetzung, sondern viel mehr an der Besetzung. Audrey Tautou fand ich in „Die fabelhafte Welt der Amelie“ sehr bezaubernd, doch in meiner Vorstellung passt sie nicht in die Rolle der Camille. Dafür ist sie mir zu süß.
    Abgesehen davon stand mir im Film die Liebesgeschichte zu sehr im Vordergrund, wodurch die anderen Schwerpunkte und Stimmungen leider verblassen.
    Kurz gesagt: Der Film ist nett anzusehen, doch in meinen Augen wird er dem Buch nicht gerecht.
    Liebe Grüße,
    Ada

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